Was hervorsticht ist die Übereinstimung der Sukta-Zahl von Mandala 1 und 10. Maharishi Mahesh Yogi führt diese auf die Komplementarität von Wissen und organisierender Kraft zurück, die sich im Sprachfluss als Wechsel zwischen manifesten sprachlich-phonetischen Ausdrucksformen und unausgedrückten Momenten oder Intervallen der Stille zeigt.
Die Rolle der Mandalas 2 bis 9 ist auf den ersten Blick nicht offensichtlich. Die Fluktuationen weisen jedoch auf eine übergeordnete Gesetzmäßigkeit hin, die Freiheit und Notwendigkeit integriert.
Es soll hier untersucht werden was die Sukta Zahlen auf dem Hintergrund einer zyklischen Gesamtstruktur des Rig Veda bedeuten und wie sie sich formal begründen lassen.
Ausgangspunkt ist wieder die erste Richa des Rig Veda 1.1.1 :
In Erweiterung des Ansatzes von Robin Bradshaw, der die erste Richa des Rig Veda aus der Perspektive der Aksharas (Silben) und Varnas (Laute) betrachtet, werden hier auch die Worte der ersten Richa und die dabei relevanten transformativen Übergänge (Lücken) berücksichtigt. Sind bei Bradshaw die Aksharas die Repräsentanten des unveränderlichen Prinzips (Kollaps zum Punkt) und Varnas des veränderlichen, so kommen jetzt die Worte der ersten Richa als sinngebendes und die Lücken zwischen den Worten als ordnendes Prinzip hinzu. Die erste Richa hat 9 Worte und 8 Lücken zwischen den Worten. Die aus 8 (Lücken zwischen den Worten) × 24 (Aksharas) = 192 bestehenden Matrix-Elemente der 1.Richa bilden die Blaupause für die 192 Sukta sowohl des 1. als auch des 10. Mandala, wenn es zusätzlich zu den überlieferten 191 Suktas je eine unmanifeste (avyakta) Sukta gibt.
Die beiden einzelnen Avyakta-Sukta des 1. und 10. Mandala verschmelzen beim Kreisschluss zu einem Avyakta-Sukta, das simultan die Zentralsymmetrie beider Mandalas garantiert.
Im zyklischen Rig Veda haben Mandala 1 und 10 zusammen somit 383 Suktas:
1032= M(1)+M(2) + M(3) + M(4) + M(5) + M(6) + M(7) + M(8) + M(9)+M(10) :Gesamtzahl der Suktas im zyklischen Rig Veda.
383 =M(1)+M(10) −1 :effektive Summe von M(1)=192 und M(10)=192 da der gemeinsame Nullpunkt von Mandala 1 und Mandala 10 nur einmal gezählt wird.
649 =1032− 383 :Summe der Sukta-Zahlen von Mandala 2 bis 9 im zyklischen Rig Veda.
Insgesamt besagt das 1. Avyakta Sukta:
Die Beziehung zwischen 1. und 10. Mandala umfasst das Wissen über die gesamte zyklische Struktur aller 10 Mandalas des Rig Veda.
2. Die 11er Zerlegung der Sunkta-Anzahl
kann 11 als Basis verwendet werden, um die Sukta-Zahlen Mandala M(i) in Vielfache Q(i) von 11 plus Rest, R(i), zu zerlegen:
Die Ganzzahlanteile Q x11 können als „vollständige 11-Blöcke“ interpretiert werden (z. B. elementare Sukta- oder Phonem-Einheiten).
Die Reste R repräsentieren die Verteilung der übrigen Freiheitsgrade. Ihre Summe ist u. U. ebenfalls ein Vielfaches von 11. Die „überschüssigen“ Reste lassen sich dann zu weiteren vollen 11-Blöcken zusammenfassen.
Die Summen der Vielfache von 11 und der Reste sind global durch den Wert 649 gebunden.
649 ist aber auch das Produkt zweier Primzahlen:
Bezüglich der Basis 11 ist
3. Die 2. Avyakta Sukta des zyklichen Rig Veda
Die Sukta-Zahl 44 kann formal dem Mandala 2 zugeordnet werden, denn die Zahl 4 repräsentiert die Elementarschritte jeder Transformation und 11 ist deren Dimension. Wegen 44 = 4 × 11 ist das 2. Mandala das optimal verdichtete und kleinste der 8 Mandalas.
Das 2. Avyakta-Sukta charakterisiert sowohl die Zentralsymmetrie des 2. Mandala als auch die Achsensymmetrie des zyklischen Rig Veda.
Wie das 1. Avyakta-Sukta hat das 2. Avyakta-Sukta eine Brückenfunktion nur diesmal zwischen lokaler Punktsymmetrie und globaler Achsensymmetrie(Spiegelsymmetrie):
D.h.: Das Avyakta-Sukta von Mandala 2 repräsentiert den Mechanismus der Symmetrieverminderung (von der Zentralsymmetrie zur Spiegelsymmetrie) .
4. Die Partner-Regel
Die Partner-Regel sagt, dass (bei Division durch 11)
für jedes Paar (M(i), M(11 – i)) der Rest R(11 – i) gleich dem Quotienten Q(i) ist.
R(11 – i) = Q(i)
Speziell für Mandala 2 folgt aus dieser Regel, dass R(9) = Q(2) = 4 , weil M(2) = 44 (also R(2) = 0) und somit ist M(9) = Q(9) × 11 + R(9) = (14 – 4) × 11 + 4 = 10 × 11 + 4 = 114.
die Einerziffer der Darstellung von M(11-i) in Base 11 ist gleich der Zehnerziffer der Darstellung von M(i) in Base 11 und umgekehrt.
Beispiel: (M(2),M(9)) = (44,114)
5. Das Unodezimalsystem
- Im Dezimalsystem (Basis 10) gibt es 10 Ziffern (0–9). Eine zweistellige Zahl wie 44 bedeutet: (4 x 10) + (4 x 1) = 40 + 4. Die erste 4 steht also für "4 Zehner" und die zweite 4 steht für "4 Einer. "
- Im Basis-11-System gibt es 11 Ziffern. Da zunächst nur 10 Ziffernsymbole (0-9) zur Verfügung stehen, wird für die "Ziffer" Zehn üblicherweise der Buchstabe A verwendet. Die Ziffern im Unodezimalsystem sind also: 0, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, A (wobei A = 10 bedeutet). Eine Zahl A4 in Basis 11 bedeutet: (A x 11) + (4 x 1) = (10 x 11) + (4 x1) = 110 + 4 = 114 im Dezimalsystem. Hier steht das A also für "10 Elfer" und die 4 für "4 Einer".
- Übersetzen von 44 in die Basis-11-Sprache: Die Zahl der "Elfer" in 44 ist 44 / 11 = 4+Rest 0. Das bedeutet: 44 = (4 x 11) + (0 x 1). In Basis-11-Schreibweise ist die Zahl 44 also 40. (Zehnerziffer (in Basis 11) und 4 Einerziffer (in Basis 11))
- Übersetzen von 114 in die Basis-11-Sprache: Die Zahl der "Elfer" in 114: 114 / 11 = 10 Rest 4. 10 wird als A dargestellt. Das bedeutet: 114 = (10 x 11) + (4 x 1) = (A x 11) + (4 x1). In Basis-11-Schreibweise ist die Zahl 114 also A4. (Zehnerziffer (in Basis 11): A (also 10) und Einerziffer (in Basis 11): 4)
Im Dezimalsystem (10D) sind 44 und 114 zwei separate, unzusammenhängende Zahlen. In der Basis-11-Darstellung (11D) sind sie durch eine einfache Spiegelungsregel verbunden:
Der Übergang vom Dezimalsystem zum Unodezimaalystem, d.h. zum Zahlensystems der Basis 11 anstelle unseres gewohnten Dezimalsystems (Basis 10) wirkt zunächst wie ein komplizierter mathematischer Trick. Aber im Kern ist es ein einfaches und mächtiges Werkzeug, um verborgene Muster und Beziehungen zwischen Zahlen aufzudecken, die im Dezimalsystem unsichtbar bleiben. Es ist vergleichbar mit der Entschlüsselung eines Geheimcode Die Dezimalzahlen werden in eine andere "Sprache"übersetzt, und plötzlich wird die geheime Nachricht lesbar. Man stelle sich dazu die Zahlen nicht einfach als Mengen vor, sondern als Wörter. Im "Dezimal-Alphabet" ergeben diese Wörter keinen Sinn. Wechseln Sie in das "Basis-11-Alphabet", und plötzlich bilden sie einen perfekten, sinnvollen Satz, in dem die Satzglieder sich spiegeln. Die 11 ist die Grammatik, die diesen Satz regiert. Dieses Vorgehen hat folgende Vorteile:
- Mustererkennung: Die Basis-11-Darstellung filtert den "störenden" Einfluss der Basis 10 heraus und legt ein klares, einfaches Muster frei. Was vorher eine willkürlich aussehende Folge von Zahlen war, wird zu einem eleganten System von Spiegelungen.
- Vorhersagekraft: Dieses Muster ist nicht nur eine Beschreibung, sondern ein Bildungsgesetz. Wenn Sie die Regel und eine Zahl des Paares kennen (z.B. die 44), können Sie die andere (die 114) berechnen, ohne sie vorher zu kennen
- Strukturverständnis: Es erklärt, warum die Gesamtsumme 649 durch 11 teilbar ist (11 * 59). Die gesamte Sequenz ist von Grund auf um die Zahl 11 herum konstruiert. Sie ist der "Schlüssel", der das Schloss öffnet.
Die Mandala-Paarbildung im Rig Veda mit ihrer Spiegelungssymmetrie in Basis 11, ist analog zu den Dualitäten in der Stringtheorie, die in höheren Dimensionen offensichtlich werden. Einfache Regeln der Basis 11-Darstellung der Sukta-Zahlen des Rig Veda erlauben Vorhersage des Partnerwerts. Die tiefere Gemeinsamkeit liegt im Konzept der Emergenz:
Da alle Sukta-Paare durch die zyklische Gesamtstruktur des Rig Veda (insbesondere die 4 Avyakta-Nullpunkte) gebunden sind, müssen sie sich so einstellen, dass beim Übergang zum Partner ein symmetrischer Ausgleich im Stellenwert entsteht
6. Das 3. Avyakta-Sukta
Das 3. Avyakta-Sukta des zyklischen Rig Veda spezifiziert die Entwicklung von Mandala 2 bis 9 durch zusätzliche Informationen, die die exakte Bestimmung der Sukta-Zahlen der Mandala 3 bis 8 ermöglichen.
Das 3. Avyakta-Sukta liegt zwischen Mandala 5 und 6, wo es als gemeinsamer Nullpunkt die Punktsymmetrie der beiden Mandalas garantiert (lokale Symmetrie). Gleichzeitig markiert das 3. Avyakta-Sukta den Punkt auf der Spiegelachse, der dem 1. Avyakta-Sukta genau gegenüberliegt und trägt so zur globalen Spiegel-Symmetrie bei. Während das 1. Avyakta-Sukta als Beziehung zwischen 1. und 10. Mandal, die innere Natur der zyklischen Struktur des Rig-Veda kennzeichnet, bestimmt das 3. Avyakta-Sukta das dazu komplementäre Muster der 8 Entfaltungsschritte als Beziehung zwischen 5. und 6. Mandala. Dieses Muster hat zwei Grenzfälle:
- Wird das Mandala-Paar 5, 6 durch die globalen Summenbindungen stärker determiniert als durch Punktsymmetrie der einzelnen Mandalas, gilt M(5) + M(6) = Q(k) × 11 + R(k), wobei Q(k) und R(k) globale Korrekturparameter des gesamten Zyklus darstellen, die die lokale Paare-Asymmetrie durch einen kollektiven Mittelwert kompensieren, d. h., bei Verschiebung eines 11er-Blocks von M(5) zu M(6) ändern sich die Einzelwerte um den Rest ±11, aber die Summe bleibt unverändert. Die globale Resonanzstruktur erlaubt Freiheit bzw. Unbestimmtheit im Einzelnen.
- Dominiert demgegenüber die lokale Punktsymmetrie der einzelnen Mandalas, so wird das Avyakta-Sukta lokal einem der beiden Mandalas zugeschrieben und die Einzelbestimmung wird exakt. Mathematisch formuliert, ergibt das die erweiterte Paar-Regel:
Das 3. Avyakta-Sukta ermöglicht somit eine ±1-Verschiebung um eine Einheit (Q(i), R(i)) ↔ (R(11 – i), Q(11 – i)), weil es als Übergang zwischen den Paaren fungiert (Phasenverschiebung im Stellenwert).
So spezifiziert das 3. Avyakta-Sukta die Bedingung für eine exakte Bestimmung der Sukta-Zahlen von Mandala 2 bis 9.
7. Die Paarkonstanten Q(p) und R(p)
Die Konsequenz von Avyakta Sukt 1 und 2 war, dass zur Bestimmung der Sukta-Zahl achsensymmetrischen Mandala-Paaren M(i), M(11 – i) sowohl die Kenntnis der globalen Summe 649 als Abschließungsbedingung als auch die einzelnen lokalen Paar-Summen Q(i) + Q(11 – i) und Rest-Summen R(i) + R(11 – i) erforderlich sind.
Avyakta-Sukta 3 ermöglicht die Nutzung der Paar-Summen und Rest-Summen, um die Bedingungen und Spielräume zu benennen, die bei der Berechnung der Sukta-Zahlen für die spiegelsymmetrischen Paare (2/9, 3/8, 4/7, 5/6) auftreten:
Werden die Paar-Quotienten-Summe Q(p) = Q(i)+Q(11 – i) und die Paar-Rest-Summe R(p) = R(i) + R(11 – i) als Paarkonstanten aufgefasst, können die Sukta-Zahlen spiegelsymmetrischer Partner folgendermassen geschrieben werden:
Die Formel ist zwar algebraisch trivial erlaubt aber die realistischen Bedingungen bzw: praktisch sinnvollen Zusatzregel zu benennen, die zur genauen zahlenmäßigen Bestimmung der Suktazahlen erforderlich sind:
Auf diese Weise bestimmt das 3. Avyakta-Sukta, welche Q(p) und R(p) jeweils zulässig sind (Hintergrundregeln), und entscheidet, wie die globale Summe in Paaren aufgespalten wird (Verteilungsregel):
Eine natürliche Wahl der Verteilung der Paar-Q(p) und Paar-R(p) auf die vier Paare ((2/9),(3/8),(4/7),(5/6)) die auch in Übereinstimmung mit der 1. Avyakta-Sukta1 ist, lautet:
- alle Paar-Quotienten Q(p) gleich 14
- varianzminimierte Rest-Summen R(p)
8. Berechnung der Sukta-Anzahl
Werden die Paar-Konstanten aus den globalen Summen bestimmt und wird eine klare Verteilungsregel festgelegt, lässt sich mit folgendem Verfahren zuverlässig der Partnerwert berechnen:- natürliche Regel: alle Quotienten-Konstanten der Paare 3/8, 4/7, 5/6 gleich: Q(p) = 14 . Die globale Bindung der Quotientensumme ist Q{3..8} = 42.
- minimale Blockzahl: verteile die Konstanten der Reste-Paare gemäß sparsamer Zerlegungen: Da sich die Gesamtsumme der Reste zu 29 summiert ist R{3/8}=12; R{4/7}=8; R{5/6} = 9.
Wegen der Paar-Regel ist Q(6) = 6, R(6)=9
Paar (4/7):
und mit Q(4)=5, R(4)=3
Dann ist wegen der Paar-Regel Q(7)=9, R(7)=5
Paar (3/8):
Wähle Q(p) = 14, R(p)=12
und mit Q(3)=5, R(3)=7
Dann ist wegen der Paar-Regel Q(8)=14-5=9, R(8)=12-7=5
Paar (2/9):
gegeben durch das 1. und 2. Avyakta Sukta:
M(2)=44 also Q(2) =4 und R(2)=0
und durch die Paar-Regel ist
M(9)=114 wegen Q(9)=10 und R(9)=4.
Die Paar-Konstanten sind Q{2/9}=14 und R{2/9}=4.
Durch die Existenz von Avyakta-Sukta 1, 2 und 3 lässt sich somit die Folge der Sukta Zahlen des zyklischen Rig-Veda reproduzieren und damit die überlieferte Folge (ohne Avyakta-Suktas):
- die Paar-Quotienten - Q(p) - und die Paar-Reste - R(p) - werden global festgelegt und
- einzelnen ( lokalen) Paar-Werte Q(i) und R(i) sind die Konsequenz von Sparsamkeits-Kriterien.
D.h. Der Effekt des 3. Ayakta-Sukta ist die Kompensation von Lokalem und Globalem bzw. lokaler Verkörperung und "globaler" Freiheit.
9. Die 4. Avyakta-Sukta: Emergenz
Zur vollständigen Entschlüsselung des Codes der Sukta-Zahlen des Rig Veda bedarf es eines vierten Avyakta-Sukta..In der vedischen Literatur bezeichnet „Vālakhilya“ eine Gruppe von bis zu 80 000 Maharishis, die als „klein wie ein Daumen“ beschrieben werden, aber mit einer Strahlkraft wie die Sonne.
Durch eine Avyekt-Sukta ist die Kreisform des 8. Mandala auch mit den 11 Vālakhilyas symmetrisch, aber es bleibt ein gerichteter Impuls, eine Spannung im Zyklus, die dem Rig Veda eine zusätzliche gerichtete Dynamik verleiht. Die Qualität der Gerichtetheit (Vikrama) wird durch das Avyakta-Sukta stabilisiert. Durch das Avyakta-Sukta haben die Vālakhily-Suktas eine überproportionale strukturelle Bedeutung: Die Unterscheidung „gerade oder ungerade“ entscheidet im achten Mandala– zwischen vollkommener Ruhe im Zyklus und bewusst gesetztem Bewegungsimpuls.
Die traditionelle Gesamtzahl von 1028 Suktas des Rig Veda schließt die 11 Valakhilya-Suktas mit ein. Das hat mehrere Konsequenzen:
Da die Sukta-Zahl des 8. Mandala ohne die 11 Valakhilya-Suktas M(8) = 92 ist, also geradzahlig, hat M(8) mit den Valakhilya insgesamt 103 Suktas, ist also ungeradzahlig. Durch Hinzufügen des Avyakta-Sukta ist dann M(8) = 103 + 1 = 104 wieder gradzahlig, was die Zentralsymmetrie des 8. Mandala wiederherstellt.
Die Einfügung der Valakhilya Suktas verschiebt Q(8) → Q(8)+1 bzw. erhöht den Rest um 11; dieses zusätzliche 11 kann lokal durch Reduktion des Partner Q(3) oder global durch Reduktion eines anderen Q kompensiert werden. Das ist die zuvor besprochene Lokal-vs-Global-Ambiguität, die bedeutet, dass der 11er‑Block (Valakhilya) lokal oder global kompensiert werden kann.
- Wenn in Mandala 8 ein zusätzlicher 11er-Block eingefügt wird, betrifft das auch das Mandala-Paar (3/8) des zyklischen Rig Veda. Dort wird dann gemäß der Paar-Regel der Wert M(8) durch die Valakhilya-Sūktas um einen 11-Block verschoben, was sich entweder im Quotienten als ein weiter Faktor von 11, d.h. Q(8) + 1, oder als +11 auf die Summe der Restwerte auswirkt: M(8) = Q(8) × 11 + R(8) + 11.
- Alternativ kann das zusätzliche 11 in M(8) nicht durch M(3) finanziert werden, sondern z. B. durch Reduktion eines 11-Blocks in einem anderen Paar (z. B. (5/8)) Dann können M3 und M8 unverändert bleiben, während M(5) oder M(6) entsprechend angepasst wird. Als Folge bleibt M(3) = 62, weil die Last global umverteilt wurde. D. h.: Der Wert für M(3) bleibt dann erhalten, wenn aufgrund der globalen Summen-Bindung eine Kompensation stattfindet.
Indem Mandala 8 (mit Valakhilya) durch die Avyakta-Sūkta einen festen unmanifesten Bezugspunkt erhält, wird die zuvor besprochene Lokal-vs-Global-Ambiguität aufgehoben. Aus irreversiblen Fluktuationen werden reversible Nullpunktsfluktuationen, d. h., Unbestimmtheiten werden zu kontrollierten Möglichkeiten.
Das 4. Avyakta-Sukta ermöglicht somit auch eine inhaltliche Deutung des Sukta-Codes des zyklischen Rig Veda. Erst dann hat die Zahlendarstellung eine überprüfbare, textrelevante Aussage. Ohne diese Zuordnung bleiben Q und R nur numerische Hilfsgrößen.
10. Der Vorteil der unodezimalen Betrachtung
Die Sukta-Zahl der Mandalas des Rig Veda ist kein zufälliges Zahlenbündel, sondern trägt die Signatur des Unodezimal-Modells:
Sie zerfällt konsistent in 11-Blöcke + Reste, erfüllt die Basis-11 Spiegelregel der Paare i+ j = 11, sie zeigt eine kontrollierte Primblock-Zusammensetzung und sie ist durch die Avyakta-Konvention (Nullpunkte) mechanisch geschlossen. Das Muster ist damit charakteristisch für eine selbstorganisierte, zyklisch-resonante Organisation.
Die unidezimale Darstellung (Basis 11) enthüllt auf einen Blick den inneren Zusammenhang der Suktazahlen von Mandala 2 bis 9 :
1. Direkte Paarinvariante: Die Paarbedingung (i+j=11) wird in Base 11 numerisch zur natürlichen Modul-Einheit – Paarsummen und Spiegelrelationen lassen sich als einfache Digitenspiegelung ausdrücken (Zehnerziffer von (M(i)) ↔ Einerziffer von (M(j)) mit ±1-Korrekturen).
2. Lineare Trennung von Global/Lokal: In der Darstellung (M=Qx11+R) sind die globalen Freiheitsgrade (die Q-Summen) linear und leicht zu binden; die lokalen Abweichungen (Reste (R)) sind isoliert und können separat verteilt/optimiert werden.
3. Avyakta ≡ Carry/Borrow: Das Avyakta-Sūkta wirkt wie ein 11-Block (Carry) – das ist algebraisch genau ein +1 im Q-Zahlteil. Somit werden unsichtbare Nullpunkte naturgemäß als ganzzahlige Über- bzw. Unterträge modelliert.
4. Einfache Konsistenzprüfung: Globaler Erhalt der Q- und R-Summen sowie die Paar-Konsistenz führen zu linearen Gleichungen; Fehlen eines 11-Blocks ist sofort als fehlender/überschüssiger Übertrag erkennbar.
5. Semantische Verständlichkeit: Restwerte (R) sind interpretierbar als lokale Asymmetrien und die Quotienten (Q) als strukturelle 11-Blöcke (Phonem‑Felder). Das erleichtert die philologische Interpretation.
11. Die Selbstorganisation des Rig Veda
Die Selbstorganisation des Rig Veda lässt sich somit als dynamisches System beschreiben, dessen Mandalas M(i) durch die Beziehung M(i) = Q(i) × 11 + R(i) miteinander verknüpft sind, wobei i + j = 11 die Bedingung der Spiegel- bzw. Paarbildung ausdrückt. Das Avyakta-Prinzip erscheint als Vermittler zwischen drei Ebenen: Brechung, Neutralisierung und Restauration der Symmetrie.1. Symmetriebrechung (inneres Avyakta in Mandala 2):
Mit M(2) = 43 + 1 = 44 wird die Struktur der 43 Varṇas um eine unsichtbare Einheit erweitert. Dieses „+1“ markiert den Übergang vom vollkommen symmetrischen Zyklus zur ersten Differenzierung – formal die Einführung einer Restkomponente ( R(2) = 1), die das Gleichgewicht verschiebt.
2. Symmetrie-Neutralisation (mittleres Avyakta zwischen Mandala 5 und 6):
Der Mittelpunkt des Zyklus – zwischen Mandala 5 und Mandala 6 – ist durch ein Avyakta-Sukta charakterisiert, das als gemeinsamer Nullpunkt fungiert: M(5) + M(6) = Q(c) × 11 + R(c), wobei Q(c ) und R(c) die globalen Korrekturparameter der gesamten Zyklusstruktur darstellen. Hier wird die lokale Asymmetrie der Paare zu einem kollektiven Mittelwert kompensiert.
3. Symmetrie-Restauration (inneres Avyakta in Mandala 8):
In Mandala 8 tritt das Prinzip in umgekehrter Weise auf: Die 11 Valakhilya-Suktas plus der integrierenden Avyakta Sukta (11 + 1 = 12 ) führen eine gebrochene Symmetrie in ein neues Ganzes über. Formal lässt sich dies so deuten, dass das Restglied, die Anfangsdifferenz, neutralisiert.